Ein altes Gasthaus im Ötztal

von diesem und ähnlichen Gebäudetypen gibt es einige, nicht nur im Ötztal. Tourimus und Gastgewerbe haben eine lange Tradition, sie entwickeln sich heute nur noch qualitativ und nicht mehr quantitativ, d.h. Umsätze und Zuwächse werden primät im Hochpreissegment, in der 4- und 5-Sternehotellerie erwirtschaftet.
Um hier mithalten zu können, muß permanent investiert und die neuesten Trends geboten werden, die Erwartungshaltung der Tourismuskunden ist hoch, z. B. gehört ein eigener SPA-Bereich bereits zum Üblichen.
Der Bereich der Privatzimmervermietung, sowie weniger gut ausgestattete, preisgünstige 2-3 Sterne-Unterkünfte sind somit weniger gefragt. Vor allem wenn eine Unternehmergeneration die Niveauanhebung und somit Anpassung an den Kundenwunsch verabsäumt hat, kann das schwer eingeholt werden. Das Unternehmen steht bald vor seinem wirtschaftlichen Ende. Die dünne Eigenkapitalausstattung im Tourismusbereich ist bekannt und verstärkt diese
Tendenz.
Ein gastronomisches Überbleibsel
Eine statistische Auswertung des Tourismusverbandes Innsbruck und seine Feriendörfer über mehrere Geschäftsjahre zeigt die Tendenz deutlich.
Das Gasthaus Auenstein stammt aus den Jahren 1965-66, wurde nach dem Abbruch eines Altbestands errichtet und ist in den Hauptbauteilen im Orginal erhalten, d.h. ungedämmt, unverputzte Ostfassade und mit den Orginalfenstern. Es besteht aus Keller- Erd- Ober- Dachgeschoß sowie Dachboden. Die nordwestliche Kellerecke stellt die Reste des vorherigen Altbestands dar, sie ragt in einem flachen Winkel in die L 237 Kühtaistraße hinein, hier ergibt sich eine Engstelle, da gegenüber ein Stallgebäude direkt an der Straße steht.
Es wurde recht massiv gebaut, das Gebäude ruht auf Stampfbeton-Streifenfundamenten, das Kellermauerwerk besteht ebenfalls aus ca. 50 cm Stampfbeton. Die Decke über Keller ist eine Stahlbeton-Massivdecke bzw Fertigteildecke, die weiteren sind Beton-Fertigteildecken.
Das Gebäude sitzt in seiner nord-östlichen Ecke auf einem Felsen, der einen nord-östlichen Kellerraum fast ausfüllt, und zudem ist es in einen steilen Osthang hineingesetzt. Die unterirdischen Außenwände sind großteils feucht (bis 32%), besonders die Ostwand gegen den Hang und die statische Mittelmauer.
- Die
Grundrisse des GH Auenstein - Die
Wohn- und Arbeitswelt von 2050 - zurüch zu
Arbeiten und Wohnen

Deshalb liste ich hier in Stichworten die Vor- und Nachteile dieser Liegenschaft auf, das ist zwar ein subjektiver Eindruck, ich hab' mir die Liegenschaft allerdings schon etwas genauer angeschaut und auch erfolgreich Dokumente besorgt.
Vorteile:
Der Einkaufspreis, die (Nutzflächen-) Größe und Kompaktheit, die freien Wohnungen sind mit relativ wenig Aufwand bezugsfertig zu machen. Die Stromkreise sind bereits wohnungsmäßig getrennt, Hauptdach und Kamin sind renoviert, Sanitär-Stränge und Elektro sind (nur) in den Wohngeschoßen und den ehem. Gasthaus-WC's erneuert. Decken sind aus Betonfertigteilen, keine Holzbalkendecke.
Viele Platzreserven, Keller, Dachboden, Nebengebäude mit Stall und Tenne, Parkplatz direkt an der Landesstraße, dort auch eine Bushaltestelle. Bei Errichtung des östlichen Zubaues (das kostet extra) wäre die behindertengerechte Erschließung des Großteiles auch ohne Lifteinbau möglich.
Die Volksschule Ötzerau ist in ca. 250 m fußläufig erreichbar. Die Besonnungssituation ist besser als in Ötz selbst, also keine sonnenlosen Winter zu befürchten.
Der Grundriss erlaubt einen gemeinsamen Arbeitsraum oder Gemeinschaftsbüro mit 2,7m Raumhöhe im EG. Südterrasse (der ehem. Gastgarten) mit einem altem Apfelbaum in der Mitte. Begründung von Wohnungseigentum ist fast ohne Grundrißänderungen gut möglich.
Das ganze Hauptgbäude habe ich in CAD dreidimensional nachgebaut (ArchiCAD13, jeder beliebige Grundriss und Sonnenstand kann dadurch einfach generiert werden.
Nachteile:
Lage 3 km oberhalb von Ötz auf 1010 m Höhe, im Weiler Ötzerau ohne eigene Infrastruktur, also abgelegen. Die Landesstraße ins Kühtai führt direkt an der westlichen Fassade entlang. Die Straßenverwaltung läßt die westliche Überbauungsvariante (geschlossene Wintergärten) nicht zu - wär' eh etwas zu teuer gewesen.
Gebäude liegt in einem steilen Osthang mit ungepflegtem Mischwald, wenig Morgensonne. Ausbau innen bisher mit Billigmaterial, EG und KG noch im Orginalzustand, die alte Gasthausausstattung und der Großteil der alten Gasthausküche ist zu entsorgen, Metall-Sperrmüll im Nebengebäude, feuchte Mauern gegen den Hang und die südliche Terrasse sowie bei der Mittelmauer. Feuchtigkeitszeichen und Schimmelreste in einzelnen Wohnungen, keine Balkone außer sehr schmale im OG. Fast alle Wohnungen sind nach Westen (Nachmittag-Abend) orientiert, die Raumhöhe nur 2,40m. Der Schallschutz ist mangelhaft, da es keine echten Bodenaufbauten gibt und die Wohnungstrennwände aus verputzten 12 cm-Ziegelwänden bestehen.
Die Ostfassade gegen den Osthang ist seit der Errichtung unverputzt, andere Fassaden sind beschädigt (besonders im Straßen-Kellerniveau) und ungedämmt, ebenso das Hauptdach, fast überall die alten Orginalfenster (Verbundverglasund - 2x Einfachverglasung), im Dachboden fehlt ein Fenster. Bestehende Ölheizung auch für Warmwassererzeugung mit altem Speicher, der Ölbrenner läuft also auch im Sommer. Laut Aufzeichungen des Vorbesitzers derzeit sehr hohe Betriebskosten, über 50% entfallen auf die Ölheizung. Zwei kleine Nebengebäude, die ehemalige Waschküche und die Brotbackofenstube wurden abgebrochen und das Abbruchmaterial liegengelassen. Das Gelände war völlig vernachlässigt, Geröll, Abbruchmaterial, Müll, Fallobst, Unkraut, Wildwuchs und Brennesseln wuchsen meterhoch
Grundbücherlich eingetragenes lebenslanges unentgeldliches Wohnrecht der ehemaligen Mitbesitzerin in der größten Wohnung, auch jegliche Betriebs-, Heiz- und Stromkosten dieser Wohnung sind vom jeweiligen Eigentümer zu übernehmen.
Der Absprung:
Nach intensiver Vorarbeit und Erhebung unfangreicher Unterlagen zu den bisherigen Umbauten und den aktuellen Bauschäden traten wir in Kaufverhandlungen mit dem bisherigen Eigentümer, der Raiffeisen-Regionalbank Telfs.
Am 11.5.11 erfolgte der formale Kauf mit Unterzeichnung des Kaufvertrages, tags darauf wird der Kaufpreis erlegt und am 13.5. erfolgt die formale Übergabe der Liegenschaft. Ab 1.6.2011 wohne und arbeite ich mit Hauptwohnsitz im Objekt Ötzerau 88.
Zwischenzeitlich erwirkte ich alle nötigen Dokumente für die grundbücherliche Eintragung des Eigentumsrechtes. Die Eintragung selbst (GB 80105 EZ 280) erfolgte am 6.9.2011
Die Renovierungsarbeiten in Haus und Gelände begannen umgehend. Dazu später ein eigener Bericht
- Was immer Du tun kannst oder wovon Du träumst - fange es an. In der Kühnheit liegt Genie, Macht und Magie (Johann Wolfgang von Goethe)
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- zu den
Grundrissen des Hauptgebäudes Ötzerau 88

Wir leisten uns zur Zeit etwas, nämlich eine kreative Pause. Die Akteure kümmern sich nämlich um den eigenen Broterwerb, wir sind aber weiterhin aktiv sowie empfangs- und sendebereit. Literatur zum Thema gibt es genügend bei unserem
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Die stattfindenden Treffen/meetings werden an dieser Stelle angekündigt.
Am Thema Interessierte sind wie gewohnt eingeladen, können gerne email's senden oder sich im Gästebuch ausbreiten.
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